Mittwoch, 24. Juni 2009

Mit der analogen Fotografie stirbt die Fotografie als Kunstform

Nachdem ich heute eine erschreckende Nachricht lass, habe ich mich doch nach langem entschlossen diesen Artikel zu schreiben.
zuerst möchte ich euch aber die schreckliche Nachricht nicht vorenthalten. Den meisten wird die Nachricht ziemlich egal sein, aber ich überlege mir nun ernsthaft ob ich nicht meine analogen Fotosachen verkaufe bzw. wegschmeiße.
Aber nun zur Nachricht, den ganzen Artikel könnt ihr nachlesen, wenn ihr auf den Link klickt.:

Tod einer Legende:
Die letzte Rolle Kodachrome

Und passend, zum Abschied, das Lied von Paul Simon:

"Kodachrome, it gives us those nice bright colors
Gives us the greens of summers
Makes you think all the world's a sunny day, oh yeah!
I got a Nikon camera, I love to take a photograph
So mama, don't take my Kodachrome away"



Nun aber zurück zu meinen anliegen:

Mit der analogen Fotografie stirbt die Fotografie als Kunstform

Wenn man sich anguckt, was alles für Müll in`s Web hochgeladen wird
(selbst die misslungenen Einzelaufnahmen aus einer Serie fast
identischer Fotos), erkennt man sehr schnell, dass der Moment, das
Motiv und das Bild überhaupt keine Bedeutung mehr haben.

Warum auch? Ist ja digital. Ein Foto kostet exakt "nichts", also draufhalten! Und weil die ganzen missratenen Aufnahmen jeden zu
interessieren haben: Ab damit in`s Web!
Als man noch einen Film einlegen musste, der echtes Geld kostete und Fotos zu entwickeln und
zu scannen waren, um sie in eine digitale Form zu bekommen, da hat
man sich noch Gedanken um jedes einzelne Bild gemacht.
Das ist heute alles vergessen. Fotos sind Junkfood.


Ich habe mir vorgenommen, nachdem ich mich auch immer öfters dabei erwischte einfach draufzuhalten:

Bewusster zu Fotografieren,
weniger ist oft mehr.

  • Spart euch einfach die Nachbearbeitung am PC.
  • Versucht eure Aufnahmen so perfekt wie möglich zu machen.
  • Stellt die Kamera auf Tiff oder Jpeg.
  • Wählt eine Feste ISO-Zahl.
  • Und drückt nicht öfter als 36x auf den Auslöser - soviel Bilder passen auch auf einen Film.
  • Wenn es geht schaltet das Display komplett ab.
  • Schaut euch die gemachten Aufnahmen erst zu Hause an.
Ihr werdet überrascht sein, wie viel bewusster ihr plötzlich Fotografiert.
Da ihr die Welt um euch herum nun "mit anderen Augen" seht, schult ihr zudem euren Blick für lohnenswerte Motive.

Für die, die die Fotografie gerade erst für sich entdecken. Setzt euch erst mit den Grundlagen der Fotografie auseinander. Blende, Verschlusszeit, Iso-Wert, Tiefenschärfe. Wie kann ich mit Blende und Zeit, mein Bild, schon in der Kamera komponieren.

Ich hoffe ich konnte den ein oder anderen, mit meinen Bericht, anregen auch selbst wieder bewusster zu fotografieren. Damit wieder der Moment, das Motiv und nicht zuletzt das Bild wieder mehr, viel mehr an Bedeutung gewinnt.

Back to the Roots
lautet die Devise. Danke

Kommentare:

  1. Für mich als Laie ist es eh schwierig genug diese Unterschiede vom Original und der Nachbearbeitung zu erkennen. Aber ist es in der heutigen Zeit für das Foto selber überhaupt noch wichtig, wie man es gemacht hat? Es wird doch in jedem Fall mehr oder weniger nachbearbeitet. Das ist vielleicht auch der Grund, wieso mir vielleicht die alten Fotos immer nch am besten gefallen. natürlich finde ich gerade bei Landschaften oder Einzelaufnahmen dieses perfekte hervorheben wunderschön. Diese Momentaufnahmen und Detailtreue wird nun einmal nur noch in der Nachbearbeitung realisiert. Wie willst du es anders machen? Und vorallem wer legt den solche Standarts fest, an die sich so viele unzählige Fotografen halten? ;-) Aber du hast auf alle Fälle in einem Recht. Schon alleine das bewusstere Beobachten und schauen, dieses vielliecht warten auf "die" Aufnahme, dürfte wieder einen gewissen Nostalgiekitzel bringen. Und ich denke sogar, das es vielleicht trotz Digikameras mit allen nur erdenklichen Möglichkeiten, auch irgendwann wieder die guten alten Filmaufnahmen geben wird. Ich denke da mal an die alten Schalplatten. Totgesagte leben bekanntlich immer länger. Und wenn ich sehe, mit was für einen Aufwand z.T. bei Sony die Plattenspieler wieder neu belebt werden, nur um die alten guten Dinger nicht noch mehr zu schikanieren.... Also hebe auch deine alten Kameras gut auf. ;-)
    Aber danke für den Hinweis und das darauf Hinweisen.
    Dir noch ne schöne restwoche.

    rolf

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  2. Ich glaube, Kunst ist etwas, das sich nicht umbringen lässt. Kunst ist es, etwas sichtbar zu machen, das sonst verborgen bliebe, mit welchen Mitteln auch immer (Musik, Sprache, Malerei, Fotografie, Pantomime, Tanz...). Du kannst es natürlich bedauern, dass die Leute es sich jetzt leisten können, z. B. Urlaubsfotos ohne Ende zu machen, aber vermutlich bezwecken diese Menschen damit nicht, große Kunst zu schaffen. Vielleicht warst du schon hin und wieder dabei, wenn Bekannte Urlaubsfotos vom Strand in Rimini oder sonstwo hergezeigt haben, eines langweiliger als das andere, aber für die betreffenden Personen haben sie einen Wert. Das war auch in der Zeit vor der Digitalfotografie so. Kunst ist eine Sache, Erinnerung etwas anderes. Abgesehen davon stimme ich dir natürlich zu, das bewusste Hinsehen ist selten geworden und für jede Form der Kunst unerlässlich.
    Liebe Grüße von Margot

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  3. Lieber Thomas, das bräuchte eine ausführliche e-mail von mir um dir auch nur Ansatzweise meine Meinung rüberzubringen. Innerhalb eines Kommentares fast ein no go. ;-)lach. Deinen Ansatz verstehe ich gut -dem stimme ihm auch teils zu. Aber es verändert sich immer wieder alles um uns herum. Das Leben und auch die Fotografie ist ein Fluss.... Wir leben in einer Welt der fast schier un-begrenzten Möglichkeiten. Die Fotokunst bleibt bestehen - für den der es unterscheiden möchte - in Ausstellungen ect.- Kenntnissen - trotz der Vielfalt, trotz des Netzes. Es liegt im Auge des Betrachters.
    Wie ;-)- du schaffst es in Thailand oder Paris oder Venedig oder oder ..nur 36 Fotos zu machen. Wohw.;-)..Das ist Beherrschung pur.Ich staune über dich. Dazu bin ich zu schwach.;-)
    Hobbyfotografie kann auch wirkliche Lebenshilfe sein. Dann ist gut wenn es mitunter fast nichts kostet. z.B. ein depressiver armer Mensch kann durch Digitales Fotgrafieren Lebensfreude erfahren und wer weiß auch Kunst und Schöpferisches in sich entwicklen.lg Manuela

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  4. Hallo erstmal danke das ihr den Artikel gelesen und euch damit auseinandergesetzt habt.

    Eines vorweg: mir geht es hier nicht darum NUR noch Kunst fotografisch zu erschaffen, sondern eher darum, das man sich überlegt was und wie man es Fotografisch festhält.
    Selbverständlich hat auch der "Schnappschuß" seine daseinsberechtigung. Den hat es schon früher gegeben und wird es auch weiterhin geben.
    Ich habe, vor langer Zeit einmal ein Buch gelesen und lese immer mal wieder darin, da Stand ein schöner Satz "Vom fotografierenden Reisenden zum Reisenden Fotograf" Klassisches Beispiel Eine wunderschöne Kirche in Portugal davor eine Stecknadelkopfgroße Person die ich nicht mal mit der Lupe erkenne. Warum macht man nicht 2 Aufnahmen eine von der ganzen wunderschönen Kirche und eine auf der die Person das Hauptmotiv und formatfülend stehend neben der schönen Eingangstür der Kirche ist. Zeitlich gesehen ist der mehraufwand minimal und man hat schöne Errinnerungsbilder an seinen Urlaub wo freunde und verwande sofort sehen das das da Tante Berta ist die vor der Kirche in Portugal steht.

    Ich bin der meinung, wenn ich von mir behaubte fotografieren sei mein Hobby dann sollte ich mich auch damit auseinandersetzen, die Grundlagen der Fotografie lernen und dann auch kennen. Wie, von welchen Standpunkt aus, zu welcher Tageszeit, könnte ich diese Aufnahme am besten machen.

    Ich habe auch absolut nichts gegen ein Nachbearbeitung am PC, doch kann man das doch auf ein minimum reduzieren. Zu analogen zeiten gab es auch Grandiose Aufnahmen und da hatte die breite Massen(Hobbyfotografen) eben nicht die Möglichkeit nacher alles zu verändern. Es bedurfte "nur" das beherschen der technischen Grundlagen und etwas überlegung vor der Aufnahme um das Bild schon in der Kamera zu komponieren. Je mehr ich mich damit auseinandergesetzt habe umso weniger musste ich darüber nachdenken, welche Blende oder welche Belichtungszeit wohl die richtige wäre, es war einfach da.

    Ich sehe immer öfters Kollegen die vor der Aufnahme intensiv darüber nachgedacht haben wie sie sie wohl am besten auf Film festhalten können und ertappe auch mich öfters dabei einfach ohne zu überlegen draufhalten.

    *Schmunzel* nein ich mache im Urlaub oder auf dem Fußballplatz nicht nur 36 Aufnahmen.
    Ich will mich, mit der Auflistung oben, dazu zwingen wieder bewusster und überlegter zu fotografieren.

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  5. Nun, das Autofahren, die Musik, die Medizin und vieles mehr hat sich so gewandelt, dass immer etwas auf der Strecke zurückgelassen wurde.
    Wie in der Natur ist der Tod immer ein Neuanfang.

    Ich sehe heute im Internet das gleiche wie früher in den Fotoalben, nur die Stückzahl ist leicht grösser geworden.

    Angefangen bin ich mit der Agfa Box mit dem einfachen "KLICK" und Quadratformat mit "Schwarz-Weiss", geliebt habe ich meine Canon Ft b, dann musste ich die AE-1 nutzen und nun bin ich wieder bei dem ersten Klickgefühl - OLYMPUS E-100RS.
    ... und so mache ich immer noch die Bilder die ich will und bin froh, dass es die heutigen "Ausstellungsmöglichkeiten" im Internet gibt.

    Gruss Hartmut

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  6. Ich find es klasse alles selber einzustellen.
    Als ich vor 1 1/2 Jahren meine DSLR bekommen habe, hatte ich von den ganzen einstellungen keinen blassen schimmer.
    Aber ich hab mich vom ersten Tag an damit auseinander gesetzt und hab direkt versucht manuell zu fotografieren, die ersten Wochen hab ich echt gedacht das lern ich nie.
    Aber durch ständiges üben und viel lesen in Büchern und vor allen im Internet in Foren und auf Fotoseiten hab ich mir alles selber beigebracht.
    Aber trotzdem sind immer noch viele Dinge die ich lernen muss und auch möchte.
    Und selbst wenn man die Einstellungen alle gut beherrscht muss man auch immer noch den Blick für ein gutes Motiv haben.
    Lass mal 10 Leute das gleiche Motiv fotografieren, das kommen auch immer andere Bilder bei raus und das find ich total klasse.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende :-)

    lg Silvi

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  7. Hi Silvi
    Ja genau so lernt man auch Fotografieren.
    Sich damit Beschäftigen nicht auf die Automatik verlassen, selbst aus zu propieren mit welcher Einstellung (Blende > Zeit) erreiche ich das beste Ergebniss.
    Die meisten Stellen ja nicht mal ihre Programm (Sport-, Landschafts-, Portraitbrogramm, usw.) ein.
    Da wird die kamera gekauft und so wie das Stellrädchen beim kauf steht so bleibt das auch stehen.
    Den Blich fürs Motiv kann ich mir lernen, wenn ich versuche das Bild schon in der Kamera zu komponieren und mich nicht darauf verlasse, das zhause am PC ich ja alles ändern kann. Weil ich eben nicht mehr alles ändern kann.

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  8. Hallo Torsdag
    Ich muß dir teilweise Recht geben, klar die zeiten ändern sich und ich bin auch froh darüber.
    Ich habe aber festgestellt das sich heutzutage, von vielen "Fotografen" einfach keine Zeit mehr genommen wird um vor der Aufnahme zu überlegen wie und aus welcher Position das Foto gemacht wird. Da sieht mann immer wieder leute die laufen irgendwo entlang sehen etwas holen die kamera aus der Tasche, halten die in richtung Motiv und drücken ab. da wird nicht einmal annähernd versucht das motiv evtl. aus einen anderen Blickwinkel anzusehen, geschweige irgendwelche einstellungen am Fotoapperat vorzunehmen.
    Vielleicht liegt es ja auch daran das heute viel mehr leute mit Knipse und Handy rumlaufen, früher hast du dann nur die gesehen die sich mit der Fotografie auseinandergesetzt haben weil es ihr Hobby wahr und ist. Ich spreche hier nicht von den üblichen Urlaubsknipsern.

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